Andernacher Stadtzeitung 08/2003 (Zeitungsbericht liegt bei uns seit 17.11.2003 vor)
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Patenschaft mit 
der S56 Dommel beendet
Der Kontakt von Andernachern und der Marinebesatzung der Dommel war mal mehr mal
weniger intensiv, aber es verging kein Jahr ohne einen Besuch in Olpenitz oder Andernach
Die Umstrukturierung der Bundeswehr und damit auch der Marine mit ihren geänderten Herausforderungen
haben nun dazu geführt, dass die Schnellbootgeschwader nach und nach aufgelöst werden.
Andernach. Die ersten Kontakte der Stadt Andernach mit der Marine stammen aus dem Jahre 1962, als der damalige Kommandant der DOMMEL der Stadtverwaltung mitteilte, dass sich zwischen der Marinekameradschaft „Admiral Hipper“ und der Besatzung des Schnellbootes freundschaftliche Beziehungen entwickelt hätten und bei beiden Teilen der Wunsch nach einer offiziellen Patenschaft laut geworden sei. Nach einem regen Schriftverkehr zwischen der Stadt und der Marine wurde endlich am 06. September 1969 im Rahmen eines Empfangs im Rathaus die Patenschaftsurkunde übergeben, nachdem der Stadtrat schon am 30. Januar einstimmig der Übernahme der Patenschaft zugestimmt hatte. Das erste Schnellboot mit dem Namen „DOMMEL“ gehörte zur JAGUAR-Klasse und war 1961 als Torpedoträger in Dienst gestellt worden. 1974 wurde es nach einer schweren Kollision vorzeitig außer Dienst gestellt. 1975 wurde das Nachfolgeboot mit dem Namen S 56 DOMMEL als Flugköperboot der TIGER-Klasse in Dienst gestellt. Die Boote gehörten zum 5. Schnellbootgeschwader mit dem Heimathafen Olpenitz. Der Kontakt von Andernachern und der Besatzung der DOMMEL war mal mehr mal weniger intensiv, aber es verging kein Jahr ohne einen Besuch in Olpenitz oder Andernach. In den ersten Jahren war das Weinfest, einmal der Adventmarkt mit eigenem Stand, zum Schluss das Fastnachtswochenende die Attraktion für die Besatzung, wobei in allen Fällen die Mitglieder der Marinekameradschaft die Soldaten auf das Beste betreut haben und das Heim im Runden Turm der beliebteste Treffpunkt war.
Die Umstrukturierung der Bundeswehr und damit auch der Marine mit ihren geänderten Herausforderungen haben nun dazu geführt, dass die Schnellbootgeschwader nach und nach aufgelöst werden. Dieses Schicksal ereilte auch das 5. Schnellbootgeschwader am 12. Dezember 2002. Einen Tag früher erteilte dessen Kommandeur dem letzten Kommandanten der S 56 DOMMEL den Befehl, das Boot außer Dienst zu stellen. Kplt Schudlig holte zum letzten Mal die Bundesflagge ein und montierte Namensschilder und Schiffsglocke ab. Die Boote des Geschwaders wurden
an die ägyptische Marine verkauft.
Zu diesem traurigen Anlass waren Bürgermeister a.D. Franz Breil und der Vorsitzende der Marinekameradschaft, Albert Summerer ins Marinearsenal nach Kiel gereist, um Abschied vom Patenboot zu nehmen. Kplt Schudlig erhielt zum Abschied einen Wappenteller der Stadt, der Besatzung wurden Andenken an ihren Paten ausgehändigt. Die Fahne der Stadt, die Patenschaftsurkunde und andere Gegenstände aus der 33jährigen Patenschaft werden in einer Traditionsecke in Olpenitz ihren Platz finden, ein Namensschild wurde Albert Summerer ausgehändigt und findet seinen Platz im Runden Turm. Damit hat der erste Bundeswehrstandort Andernach sein liebgewordenes Patenkind verloren. Schade, dass sich diese Entwicklung nicht verhindern ließ. So bleibt zum Schluss nur noch, einen herzlichen Dank allen zu sagen, die sich in diesen Jahren um die Soldaten gekümmert und damit die Patenschaft am Leben erhalten haben.
 

 

Dieses Schicksal ereilte auch das 5 Schnellbootgeschwader
Fotos: Privat
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